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MASCH - Marxistische Abendschule Hamburg. Forum für Politik und Kultur e.V. ||||
Counterx besucht

Veranstaltungen im Sommersemester 2o1o


Marx Matinee
Auf den Spuren von Karl Marx in Hamburg

Im Jahre 1867 reiste Karl Marx von London nach Hamburg. Im Gepäck hatte er das Manuskript für den ersten Band des „Kapital“, der im selben Jahr bei dem Hamburger Verleger Otto Meissner erschien. Wir wollen Marx Aufenthalt an der Elbe nachzeichnen und einige Orte besuchen, an denen er sich damals aufhielt.

Der Weg ist etwa 3 km lang und wir gehen bei jedem Wetter (ggf. Regenschirme mitnehmen).

Kontakt: Michael,
Termin: Sonntag, 16.o5.2o1o, 12.oo Uhr
Ort: U-Bahn Station Baumwall, Ausgang Kehrwiederspitze


Domenico Losurdo
Freiheit als Privileg - Eine Gegengeschichte des Liberalismus
Buchvorstellung und Veranstaltung

Dem Liberalismus sei Freiheit, so heißt es, der höchste Wert. Es fragt sich indes: Welche und wessen Freiheit? Historisch hat sich für den Liberalismus und seine Theoretiker die Freiheit der Privilegierten gut vertragen mit der Unfreiheit und Unterdrückung der subalternen "Rassen", Völker und Gesellschaftsklassen. Um diese These zu belegen, widmet sich Domenico Losurdo sowohl den bekannten liberalen Vordenkern wie John Locke oder Alexis de Tocqueville als auch weniger bekannten Autoren aus dieser Denkschule. Zugleich bezieht er stets die konkreten sozialpolitischen Verhältnisse der liberalen Gesellschaften Europas und der USA in seine Darstellung ein. So entsteht ein neues Bild jener politischen Tradition, die einerseits zum ersten Mal in der Geschichte die Einschränkung staatlicher Macht einfordert, dies andererseits aber nur für einen engen Kreis Privilegierter gelten lässt. Indem er dessen problematische und beunruhigende Aspekte aufzeigt, schreibt Losurdo die Geschichte des Liberalismus als unkonventionelle "Gegengeschichte".

Domenico Losurdo, Prof. Dr. phil., *1941. lehrt Philosophie an der Universität Urbino. Von seinen zahlreichen Büchern, darunter eine aufsehenerregende Nietzsche-Biographie, sind bei PapyRossa erschienen: "Kampf um die Geschichte – Der historische Revisionismus und seine Mythen" und "Demokratie oder Bonapartismus? Triumph und Niedergang des allgemeinen Wahlrechts".

Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Marxistischen Abendschule in Wilhelmsburg angeboten.

Referent: Domenico Losurdo (Urbino, Italien)
Termin: Donnerstag, 27.o5.2o1o, 19.oo Uhr
Ort: Kaffeewelt, Böckmannstr. 3, St. Georg


Björn Oellers
Krise und Integration der bürgerlichen Gesellschaft bei Charles Dickens

Während der Ausdruck Neoliberalismus eine Neuauflage impliziert, stellt sich die Frage nach dem Inhalt des klassischen Liberalismus. Schon dieser ist durch einen tiefen Widerspruch – Verherrlichung und Liquidierung des Individuums – gekennzeichnet, dies kann anhand einer Analyse der englischen Literatur dargelegt werden. Für einen näheren Blick auf das Schicksal des bürgerlichen Subjekts sollen ausgesuchte Romane von Charles Dickens (1812-187o) aus der Hochphase des Liberalismus untersucht werden. Dickens lebte wie Marx zur Zeit der Industrialisierung. Seine Romane bilden ein Panorama zeitgenössischer sozialer Problemstellungen und gesellschaftlicher Krisen. Zu ihrer Darstellung und Erklärung hat sich Dickens u.a. der Form des Romans bedient. Der Roman thematisiert bereits durch seine Form das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft. Die Handlung ist auf eine/n oder mehrere HeldInnen konzentriert, deren Erlebnisse und Gedanken den Zusammenhang des Geschehens bilden und die Ereignisse strukturieren. Diese literarische Form erreicht im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt, weil im Liberalismus das Individuum als freies gilt. In den Romanen von Dickens allerdings zeigt sich ein anderes Bild. Die liberale Gesellschaft geht einen Weg, der von ihrer Entstehung über Blüte und Krise in eine neue Form gesellschaftlicher Integration führt: den Imperialismus. Diese Entwicklung des Verfalls von Individualität wird in der Veranstaltung nachgezeichnet.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referent: Björn Oellers (Hamburg)
Termin: Freitag, o4.o6.2o1o, 18.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1, Pferdestall, 1. Stock, Raum 1o4


Ulf Brandenburg
Der Zugang zum „Kapital“

Das „Kapital“ von Karl Marx setzt keine besonderen Kenntnisse voraus. Marx geht zwar von einem Leser aus, der selbst denken will, hat sich aber bemüht, möglichst klar und anschaulich zu schreiben. Trotzdem wird der Text auf ganz unterschiedliche Art und Weise interpretiert.
Die Herangehensweise von Marx stellt einen Bruch mit dem heute gängigen (bürgerlichen) Wissenschaftsverständnis dar, ist also zunächst ungewohnt. Als Leser geraten einem außerdem die eigenen Vorstellungen über Individuum und Gesellschaft in Widerspruch zu der Darstellung von Marx.
Es ist also notwendig und für die Lektüre förderlich, wenn man neben der Textarbeit auch die Voraussetzungen des Textes reflektiert.
Marx selbst hat dazu einige Hinweise geliefert. Andere Aspekte sind durch die Marx-Forschung erschlossen worden. Der Vortrag versucht, einen Überblick über Probleme mit der "Kapital"-Lektüre zu geben.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referent: Ulf Brandenburg (Hamburg)
Termin: Freitag, 25.o6.2o1o, 18.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1, Pferdestall, 1. Stock, Raum 1o4


Workshop mit Dieter Wolf

Es wird in dem Workshop darum gehen, die Herstellung des Geldes bzw. des Preises – dargestellt in den ersten drei Kapiteln des ersten Bandes des Kapitals – mit der Herstellung der allgemeinen Profitrate bzw. des Produktionspreises – dargestellt in den ersten beiden Abschnitten des dritten Bandes des Kapitals – zu vergleichen. In der Diskussion sollte man sich um ein Verständnis der Art und Weise bemühen, in der die Menschen mit dem kapitalistischen Gesamtreproduktionsprozess die ihn auszeichnenden ökonomisch gesellschaftlichen Formen schaffen, die ebenso viele Formen des Werts der Waren sind. Es gilt nachzuvollziehen, wie die ökonomisch gesellschaftlichen Formen mit den gesellschaftlichen Beziehungen und den Bewusstseinsformen der Menschen zusammenhängen, d.h. es gilt nachzuvollziehen, was es mit dem Zusammenhang von ökonomisch gesellschaftlicher Struktur und dem unbewusst-bewussten Handeln der Menschen auf sich hat.
Es wird hinsichtlich des Handelns der Menschen entscheidend darauf ankommen zu erklären, warum ihnen bei allem, was ihnen bewusst ist, die von ihnen selbst geschaffene, durch die unterschiedlichen Formen des Werts der Waren bestimmte ökonomisch gesellschaftliche Struktur nach einer wesentlichen Seite hin unbewusst bleibt.
Die für die Diskussion vorgeschlagene Vorgehensweise sollte es auch erlauben, zu zeigen, dass das falsche, das so genannte Transformationsproblem bestimmende Verständnis des Zusammenhangs vom Wert der Waren und des über die Herstellung der allgemeinen Profitrate vermittelten Produktionspreises auf einem falschen Verständnis des Werts, der abstrakt menschlichen Arbeit der Wertformen, des Geldes, des Preises und damit des inneren Zusammenhangs dieser ökonomisch gesellschaftlichen Formen beruht.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referent: Dr. Dieter Wolf (Mülheim)
1. Termin: Freitag, o2.o7.2o1o, 17.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1, Pferdestall, 1. Stock, Raum 1o4
2. Termin: Samstag, o3.o7.2o1o, 11-14 Uhr
Ort: Universität Hamburg, WIWI Bunker, Von-Melle-Park 5, 3. Stock, Raum 3016


Workshop
Aspekte der Kapital-Lektüre

Dieser Workshop dient dem Erfahrungsaustausch der Teilnehmer der verschiedenen „Kapital“-Kurse, die die MASCH seit Jahren anbietet. Dabei stehen diesmal nicht direkt die Inhalte des „Kapital“ im Vordergrund, sondern es sollen die verschiedenen Aspekte und Ebenen beleuchtet werden, die im „Kapital“ und damit auch in den entsprechenden Lektürekursen eine Rolle spielen (könnten).
Geplant sind Thesen oder kurze Referate zu einzelnen Aspekten der Kapitallektüre und der Kapitalinterpretation wie Aufbau des „Kapitals“, Abstraktionsebenen, Verhältnis Logisches-Historisches, soziale Rollen und Klassen im „Kapital“. Dabei ist durchaus gewünscht, eigene Positionen vorzustellen. Anschließend soll dazu jeweils diskutiert werden, mit dem Ziel, Kriterien für eine differenzierte „Kapital“-Lektüre zu erarbeiten.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Ulf Brandenburg (Tel. o4o / 316 334)
Termin: Samstag, 1o.o7.2o1o, 14-18 Uhr
Ort: Universität Hamburg, WIWI Bunker, Von-Melle-Park 5, 3. Stock, Raum 3016


„Jour fixe“

Unser regelmäßiges Treffen zum Kennenlernen der MASCH. Hier diskutieren und klönen wir und besprechen die Inhalte unseres nächsten MASCH-Programms. Wer Lust hat, kommt einfach vorbei.

Kontakt: Ulf Brandenburg (Tel. o4o / 316 334)
Termin: jeden 2. Dienstag im Monat, 19 h - 2o h (13.o4.1o, 11.o5.1o, o8.o6.1o, 13.o7.1o, 1o.o8.1o, 14.o9.1o, 12.1o.1o)
Ort: „Konsum", Stresemannstrasse 13, 22769 Hamburg



Hinweise:
Tagung: Religionskritik & Gesellschaftstheorie. 7./8. Mai 2010, Hannover
platzhalter
MASCH-Tagung: Darwin und der wissenschaftl. Sozialismus, 14. Nov. in Hamburg
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