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MASCH - Marxistische Abendschule Hamburg. Forum für Politik und Kultur e.V. ***********

Veranstaltungen im Sommer 2o17


Björn Oellers
Zwang statt Freiheit – Zum autoritären Gehalt der Lehre Hayeks

Wir leben im „Zeitalter der neoliberalen Wirtschaftstheologie“ (Hobsbawm). Einer der führenden Autoren der neoliberalen Lehre ist Friedrich August von Hayek. Dessen Hauptschriften entstehen ab den 1940er-Jahren. Ein auffälliges Merkmal seiner Lehre ist ihr autoritärer Gehalt. Zwar legt Hayek ein Bekenntnis zu Individualismus und Freiheit ab, doch stellt er zugleich Forderungen auf, die gegen Individuum und Freiheit gerichtet sind. Er will „freiwillige Konformität“ und die „Anpassung des Individuums“ an die bestehenden Verhältnisse. Seine Lehre ist dabei wesentlich dogmatisch, sie beruht – in Hayeks eigenen Worten – auf einem „Glaubensbekenntnis“. Er will seine Lehre als Mittel gegen totalitäre Verhältnisse verstanden wissen. Allerdings kommen in seinen Dogmen die totalitären Strukturen zum Tragen, gegen die er anschreibt. Er macht sich die Ursprünge der totalitären Verhältnisse nicht bewusst, sondern verdrängt sie. Auf diese Weise klärt Hayek den autoritären Charakter des Nationalsozialismus nicht auf, sondern aktualisiert ihn und übersetzt ihn in bürgerlich-demokratische Verhältnisse.

Im Vortrag werden zunächst die von Erich Fromm, Max Horkheimer und Herbert Marcuse in den „Studien über Autorität und Familie“ herausgearbeiteten Merkmale des autoritären Charakters von Individuum und Gesellschaft dargestellt. Die Erkenntnisse der Studien ergeben eine Kritik der autoritären Verhältnisse, die Hayek als unerkennbar voraussetzt. Anschließend wird die neoliberale Lehre Hayeks anhand seiner Hauptschriften untersucht und werden ihre autoritären Gehalte herausgearbeitet.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referent: Dr. Björn Oellers (Hamburg)
Termin: Donnerstag, 18.o5.2o17, 18:3o Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 2. Stock, Raum 245



„Freiheit“ und „Menschenrechte“ - Was bedeuten diese Begriffe im Kapitalismus?

Eine politisch-philosophische Diskussion anhand des Beispiels Eritrea

Die Begriffe „Freiheit“ und „Menschenrechte“ sind zentrale Bestandteile der gegenwärtig herrschenden Ideologie. Sie werden auch genutzt, um Kritik an Staaten heranzutragen, die sich bewusst vom westlichen Entwicklungsweg abgrenzen. Die marxsche Kritik der politischen Ökonomie hat jedoch gezeigt, wie stark diese Begriffe mit dem Kapitalismus verflochten sind. Der Kapitalismus ist ein Herrschaftsverhältnis, das nach Ausdehnung strebt. Das Kapital lässt es nicht zu, von bestimmten Regionen der Welt ausgeschlossen zu sein. Wie ist dann die Berufung auf Freiheit als Wert einzuschätzen? Wie ernst müssen emanzipatorische Bewegungen die Menschenrechte nehmen? Akzeptieren wir z.B. angesichts der Unterdrückung, die im Namen von Religion ausgeübt wird, ein Menschenrecht auf freie Religionsausübung? Ist es politisch neutral, weltweit die Einhaltung von „Menschenrechten“ einzufordern?

Mit dieser Veranstaltung, in der es mehrere Kurzvorträge geben wird, knüpfen wir an Diskussionen und Fragen an, die sich in einer Veranstaltung des letzten Semesters zur politischen Situation Eritreas ergeben haben. Die Situation Eritreas ist mit derjenigen Kubas vergleichbar: Die politisch Herrschenden orientieren sich im weitesten Sinne an sozialistischen Ideen. Der Staat wird in der westlichen Presse als diktatorisch und menschenrechtsverletzend kritisiert.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referent:
Termin: Donnerstag, 29.o6.2o17, 19:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 2. Stock, Raum 245

Hinweise
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Buchpräsentation auf den Linken Buchtagen 2016 (Audio-Mitschnitt):
Tagungsband: Aufhebung des Kapitalismus
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