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MASCH - Marxistische Abendschule Hamburg. Forum für Politik und Kultur e.V. ||||

Lektürekurse im Sommer 2o18


Lektürekurs Karl Marx: "Das Kapital", Band 1 (neu)

Wer die Gesellschaft begreifen will, in der er lebt, ist mit diesem Interesse an der heutigen Universität fehl am Platz. Er muss auf ein grundlegendes Werk zurückgreifen, das Marx geschrieben hat, als die Gesellschaftsform Kapitalismus sich in Europa gerade durchgesetzt hatte. Wer es in die Hand nimmt, wird schnell feststellen, dass es sich hierbei nicht um ein „veraltetes“ Werk handelt, sondern um ein Werk, dessen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit weit über das hinaus geht, was die heutige Mainstream-Wissenschaft zu bieten hat.
Wir werden uns in diesem Kurs mit dem ersten Band des „Kapital“ beschäftigen. Ein Großteil des Textes soll Satz für Satz gelesen werden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, jedoch Ausdauer.

Ausgabe: Marx-Engels-Werke, Band 23.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: 
Termin: jeden Dienstag, ab 1o.o4.2o18, 18.3o Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 137



Lektürekurs Thomas Konicz: „Kapitalkollaps. Die finale Krise der Weltwirtschaft“ (neu)

Konicz verweist in der Einleitung auf eine von der NASA mitfinanzierte Studie, deren Resultat sowohl in ökologischer wie ökonomischer Hinsicht einen Kollaps prognostiziert, wenn in beiderlei Hinsicht weiter verfahren wird wie bisher. In zehn Kapiteln versucht er, in einer am Marx'schen „Kapital“ sich orientierenden Analyse die Ursachen und den Verlauf der Krise nach zu zeichnen, sowie sich daraus ergebende Perspektiven darzulegen. Ziel der Lektüre des Textes soll die Überprüfung der Stimmigkeit der Argumentation sein.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Dr. Michael Löbig, 
Termin: jeden Donnerstag, ab 12.o4.2o18, 18.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1



Lektürekurs Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Grundlinien der Philosophie des Rechts (neu)

Hegels „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ gilt als ein Schlüsseltext für die Rechts‐, Staats‐ und Verfassungsphilosophie – bis heute. Zentrale Bestimmungen, wie die des freien Willens, der Person, des Eigentums, sowie der bürgerlichen Gesellschaft und des Staates, werden diskutiert und bezogen auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse. Zugleich soll geprüft werden, ob und inwieweit die hegelsche Konstruktion der bürgerlichen Gesellschaft und des Staates noch zeitgemäß ist bzw. ob diese die der kapitalistischen Produktionsweise entsprechenden Korrelate sind.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Dr. Michael Löbig, 
Termin: jeden Donnerstag, ab 12.o4.2o18, 19.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1



Lektürekurs Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Phänomenologie des Geistes (neu)

Dialektik bei Hegel
Dieses Semester wollen wir uns die Hegelsche Variante der Dialektik erschließen - erschließen, diese Formulierung ist nicht einmal abwegig, denn die moderne Dialektik hat sehr viel mit dem logischen Schließen zu tun. Die Frage, welche Schrift Hegels eignet sich für unser Vorhaben am meisten, ist keine leichte; aber um Hegels Dialektik-Begriff im Hinblick auf Kant und Marx zu konzeptualisieren, eignet sich wohl doch die Phänomenologie am ehesten. Obwohl für die Wahl der Phäno mehr noch die packende Darstellung Hegels spricht. Hegel schreibt wohl nirgends mitreißender als am Beginn der Phänomenologie des Geistes. Auch wird man sehr schnell sehen, wie der Hegelsche Duktus auf Marx abgefärbt hat.
Diese Art der Lektüre, die Wort für Wort einen klassischen Text erarbeitet, ist in meinen Augen und nach meiner Erfahrung zugleich die fruchtbarste Einführung in die Philosophie überhaupt, denn kein Text ohne Kontext, der Hegelsche am allerwenigsten, weil er die Geschichtlichkeit aller philosophischen Kategorien entwickelt.
Das längerfristige Ziel für uns wäre, von Lektüre zu Lektüre bestimmter angeben zu können, worin das Spezifische der jeweiligen, insbesondere der materialistischen gegenüber der idealistischen, Dialektik bestehe.
Zum Mitlesen sind auch die angesprochen, die womöglich gerade mit einer Haus- oder Examensarbeit zu den Themen befasst sind. Ansonsten ideal für alle, die wissen wollen, wie das geht: Philosophie. Und dabei dann auch gleich mitmachen. Wer Interesse hat, kann gerne jederzeit vorbeikommen. Wir bieten jederzeit Raum für Fragen und nehmen uns Zeit, um Vorausgegangenes zu rekapitulieren. Wäre schön, wenn eine Gruppe zusammenkäme aus Lesern, die zum ersten Mal Hegel lesen, und, warum nicht, aus Kennern, die Hegel in- und auswendig können, um gemeinsam den Text zu buchstabieren und zwischen den Zeilen abzutauchen, um, versteht sich, mit Perlen aus der Tiefe wieder hochzukommen. Das nenne ich kollektiv-kontemplative Lektüre. Für mein Studium war nichts wichtiger als solche Lektüregruppen, diese Erfahrung will ich weitergeben.
Und immer wieder fragen wir: Was lesen wir, wenn wir lesen? Ist das am Ende nicht die philosophischste Frage?

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Thomas, 
Termin: jeden Dienstag, ab 1o.o4.2o18, 18:3o Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1



Lektürekurs Wilhelm Reich: Marxismus und Psychoanalyse (neu)

Der Rechtspopulismus ist nicht nur in Deutschland ein kennzeichnendes Phänomen und zentrales Problem. Bei dessen Betrachtung wird oftmals ein Vergleich zu den Jahren um 1930 gezogen. Dies legt auch für die kritische Auseinandersetzung nahe, an entsprechende Debatten der damaligen Zeit anzuschließen. Die Diskussion über eine logische Identität der Theorien von Marx und Freud war bei linken Psychoanalytikern in den 1920/30er Jahren verbreitet. Wilhelm Reich war einer der exponiertesten Vertreter, die diese Kombination von Marxismus und Psychoanalyse vorgenommen haben. Zudem hat Reich mit seiner „Massenpsychologie des Faschismus“ einen prominenten zeitgenössischen Versuch unternommen, den Aufstieg des Nationalsozialismus zu erklären. Reichs Verdienst besteht darin, zeitgleich zum „Anwachsen der reaktionären Flut in Deutschland in den Jahren 1930 bis 1933“ (Reich 1933: 10), eine theoretische Verarbeitung unternommen zu haben. Während der marxistischen Theorie zufolge der Kapitalismus aufgrund seiner Krisenhaftigkeit unweigerlich auf sein Ende zulief, folgte auf die Weltwirtschaftskrise von 1929 nicht die erhoffte proletarische Revolution, sondern eine extreme Rechtsentwicklung. Die Massenunterstützung, die der Nationalsozialismus erfuhr, konnten sich die Marxisten nicht erklären. Um deren Einbindung zu erklären, greift Reich deshalb auf die Psychoanalyse zurück. Die Zuhilfenahme der Psychoanalyse wird notwendig, um die Erklärungslücken des Marxismus zu füllen. Vorausgesetzt bei Reich ist aber nicht nur eine bestimmte Form des Marxismus, sondern auch eine spezielle Auffassung der Psychoanalyse: Die Kritik des „vulgären Marxismus“ basiert bei Reich auf einem dogmatisierten Verständnis der Psychoanalyse. Seine naturwissenschaftliche Auffassung der Psychoanalyse ist jedoch höchst kritikwürdig. Und bedarf genauso einer Kritik wie die Vorstellung des orthodoxen Marxismus. Wenn die Kritik in diese beiden Richtungen entfaltet wird, können die gesellschaftsgeschichtlichen Voraussetzungen reflektiert werden. Um diesen doppelten Dogmatismus bei Reich zu diskutieren, wollen wir uns in diesem Kurs mit Texten von Reich aus dieser Zeit auseinandersetzen.

Die Texte können bei Bedarf als Kopiervorlagen (pdf-Datei) zur Verfügung gestellt werden.
EinsteigerInnen mit entsprechenden Kenntnissen sind herzlich willkommen.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Paul Stegemann, 
Termin: jeden Freitag, ab 27.o4.2018, 12.15 Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1


Alle Veranstaltungen an der Universität Hamburg sind Veranstaltungen der MASCH-Hochschulgruppe.

Die Veranstaltungen im Pferdestall (Universität Hamburg, Fachbereich Philosophie und Sozialwissenschaften, Allendeplatz 1, 2o146 Hamburg) und im WiWi-Bunker (Uni Hamburg, Von-Melle-Park 5) sind für RollstuhlfahrerInnen zugänglich.

Hinweise:
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Buchpräsentation auf den Linken Buchtagen 2016 (Audio-Mitschnitt):
Tagungsband: Aufhebung des Kapitalismus
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