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MASCH - Marxistische Abendschule Hamburg. Forum für Politik und Kultur e.V. ||||

Lektürekurse im Winter 2o17/18


Lektürekurs Thomas Piketty: „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ (neu)

Pikettys 2013 auf Französisch und 2014 auf Deutsch erschienenes Werk ist ein Welterfolg. Der Autor belegt mit viel statistischem Aufwand seine These, dass die Vermögensungleichheit in der Tendenz weltweit zunimmt. In diesem Kurs werden wir unter anderem prüfen, ob die durch den Titel gegebene Anspielung auf das „Kapital“ von Karl Marx berechtigt ist. Auch wird zu besprechen sein, ob die von Piketty empfohlenen Reformmaßnahmen geeignet sind, nachhaltig eine Veränderung der Ungleichheit zwischen Vermögens- und Arbeitseinkommen zu bewirken. Wir werden in sechs Sitzungen einige zentrale Abschnitte des Buchs lesen und diskutieren.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: 
Termin: dienstags zweiwöchentlich, ab o7.11.2o17, 18.3o Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1



Lektürekurs Karl Marx: "Das Kapital", Band 1 (Fortsetzung mit 2. Abschnitt)

Inzwischen haben die Bundestagswahlen stattgefunden. Die Parteien haben ihre unterschiedlichen Programme zur Wahl gestellt und stehen nun vor der Aufgabe, eine funktionsfähige Regierung zu installieren. Hierbei steht außer Frage, dass an dem System kapitalistischer Produktion – mit all seinen Implikationen, die Marx anerkanntermaßen bereits antizipierte (dass es rücksichtslos sei gegenüber der Natur und dem Menschen) – nicht gerührt werden darf. Ziel der politischen Parteien ist es hierbei, den Kapitalismus ‚sozialer‘ zu gestalten. Dies bedeutet jedoch immer nur, auf die vom System hervorgebrachten Missstände (von gesundheitsschädlichen ökologischen Katastrophen bis zu sozialen Missständen) zu reagieren, nicht die Ursachen, die diese Missstände hervorbringen, zu beseitigen.

Anerkanntermaßen ist das von Marx verfasste Werk „Das Kapital“ nach wie vor ein zentrales Werk im Hinblick auf die Erklärung ökonomischer Zusammenhänge unter den Bedingungen kapitalistischer Produktion – mehr noch: in diesem Werk werden die Zusammenhänge, die wir meinen, wenn wir von Kapitalismus reden, dargestellt. Aus diesem Grunde bleibt es ein grundlegendes Werk, auch dann, wenn, wie Studenten der Volkswirtschaftslehre klagen, Marx im Studium gar nicht vorkommt.

Im neuen Semester werden wir unsere Lektüre und die Diskussion über den Band 1, „Das Kapital“, fortsetzen. Zu Beginn werden wir das bisher erarbeitete rekapitulieren und dann mit dem zweiten Abschnitt „Die Verwandlung von Geld in Kapital“ fortsetzen.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Dr. Michael Löbig, 
Termin: jeden Donnerstag, ab 26.1o.2o17, 19.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1



Lektürekurs: Aspekte und Studien zum autoritären Charakter (Fortsetzung)

Im letzten Semester haben wir uns mit der Lektüre des Aufsatzes von E. Fromm aus der „Zeitschrift für Sozialforschung“ von 1932, „Über Methode und Aufgabe einer analytischen Sozialpsychologie“, die erste Begrifflichkeit angeeignet, um das fassen zu können, was für die Erklärung und Darstellung eines autoritären Charakters notwendig scheint. In diesem Semester soll eine Vertiefung in die Theorie über den autoritären Charakter stattfinden. Hierzu werden verschiedene kurze Texte verteilt und diskutiert werden. Hierbei sollen aktuelle politische Bezüge hergestellt werden.

Die Textgrundlage wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben bzw. zunächst in Kopien verteilt.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Dr. Michael Löbig, 
Termin: jeden Donnerstag, ab 26.1o.2o17, 18.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o9



Lektürekurs Immanuel Kant: Transzendentale Dialektik (Fortsetzung)

In unserer Prolegomenalektüre haben wir intensiv die ersten §§ der transzendentalen Dialektik, welche der dritten transzendentalen Hauptfrage entspricht, durchgearbeitet, in denen es zunächst um den fundamentalen Unterschied von Verstand und Vernunft geht. Die Dialektik fasst Kant auf als eine Logik des Scheins. Schon an Diesem wird der Bezug zum Marxschen Kapital, insbesondere zum Fetischismuskapitel, evident. Wir lesen die Prolegomena ja immer auch im Hinblick auf die Entwicklung der Dialektik bei Hegel und Marx, denn, ehrlich gesagt, so wird Kant erst richtig spannend. Es gilt: je genauer die Sache selbst beguckt wird, desto transparenter werden die Bezüge zu den Dialektikbegriffen bei Hegel und Marx. Die theoretischen Grundlagen sowohl des deutschen Idealismus wie der materialistischen Dialektik sind letztlich gelegt in der Kritik der reinen Vernunft.

Der Lektüreplan sieht in etwa so aus, dass wir uns, Pi mal Daumen, je Sitzung einen § vornehmen. Da wir im Detail oft aber den Teufel finden, kommt es auch vor, dass wir mal länger für einen Paragraphen brauchen. Diese Art der Lektüre, die Wort für Wort einen klassischen Text erarbeitet, ist in meinen Augen und nach meiner Erfahrung zugleich die fruchtbarste Einführung in die Philosophie überhaupt, denn jeder Satz Kants steht in Beziehung zu allen je gedachten und geschriebenen Gedanken aller anderen Philosophen. Aus diesem Grund scheint mir gerade die Kantlektüre das allerbester Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.

Im Oktober wird es weitergehen mit den besonderen Totalitätsbegriffen Seele, Welt, Gott mit ihren spezifischen Dialektiken. Am Gottesbegriff wird die ganze Wucht der kritischen, aufklärerischen Philosophie Kants spürbar. Wer immer schon mal bis ins Kleinste in einen philosophischen Text eindringen wollte, hätte hier einen Ort. Am Ende geht es darum, gemeinsam gewinnbringend und ernsthaft ein interessantes Buch zu lesen. Fragen, die beim Lesen immer wieder aufkommen, wären: Wie unterscheidet sich die Logizität des sog. Transzendentalsubjekts von der Kapitallogik? Wieweit hat die Kantische Konzeption der Apodiktizität mit der Wissenschaft vom Wert zu tun? Kant fragt ja, wie die Metaphysik so gut werden könnte, wie es Mathematik und Physik schon sind. Und Marx beansprucht für die Wahrheit der Kapitallogik apodiktische Gewissheit. Auf welch unterschiedliche Weise werden bei Kant, Hegel, Marx Widersprüche reflektiert? Ließe sich transzendentalen Dialektik als Präfiguration des Fetischismuskapitels im Kapital auffassen? Oder anders gefragt, was hat die Logik des Scheins mit dem Fetischismus der Ware zu tun? Das Thema der transzendentalen Dialektik findet sich leicht bei Marx; wenn er beispielsweise (MEW, 97) „von dem der Warenwelt anklebenden Fetischismus oder dem gegenständlichen Schein der gesellschaftlichen Arbeitsbestimmungen" schreibt, so finden sich sogar wörtliche Übereinstimmungen, von den sachlich-logischen gar nicht zu reden. Im Warenkapitel deckt Marx auch eine Logik des Scheins auf. Nicht zuletzt lässt sich die Transzendentale Dialektik als Theorie des notwendig falschen Bewusstseins lesen, womit wir beim Ideologiebegriff von Marx wären. Am Ende der Lektüre sollte dann schon ein Bild von dem entstanden sein, wie sich Kant den Erkenntnisprozess vorstellt und, last not least, worin die Kritik der reinen Vernunft besteht und vor allem auch, wie sich die gewichtigen Themen von Kant bis Marx entfalten. Marx wäre so leicht zu verstehen, wenn man vorher Kant gelesen hätte.

Falls eine Neuanschaffung dieses Textes anstehen sollte, würde ich die Meiner Ausgabe von Konstantin Pollok, ISBN 9783787315772, wichtig, denn es gibt auch noch die von Vorländer, empfehlen, ansonsten geht jede andere Ausgabe natürlich auch. Zum Mitlesen sind auch die angesprochen, die womöglich gerade mit einer Haus- oder Examensarbeit zu den Themen befasst sind. Ansonsten ideal für alle, die wissen wollen, wie das geht: Philosophie. Und dabei dann auch gleich mitmachen. Wer Interesse hat, kann gerne jederzeit vorbeikommen. Wir bieten jederzeit Raum für Fragen und nehmen uns Zeit, um Vorausgegangenes zu rekapitulieren.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Thomas, 
Termin: jeden Dienstag, ab 31.1o.2o17, 18:3o Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, 1o7


Alle Veranstaltungen an der Universität Hamburg sind Veranstaltungen der MASCH-Hochschulgruppe.

Die Veranstaltungen im Pferdestall (Universität Hamburg, Fachbereich Philosophie und Sozialwissenschaften, Allendeplatz 1, 2o146 Hamburg) und im WiWi-Bunker (Uni Hamburg, Von-Melle-Park 5) sind für RollstuhlfahrerInnen zugänglich.

Hinweise:
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Buchpräsentation auf den Linken Buchtagen 2016 (Audio-Mitschnitt):
Tagungsband: Aufhebung des Kapitalismus
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