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MASCH - Marxistische Abendschule Hamburg. Forum für Politik und Kultur e.V. ***********

Veranstaltungen im Sommer 2o18


Wolfgang Kunkel
Historischer Materialismus - Eine Erblast der marxistischen Bewegung und
Theorie-Entwicklung

Seit der Einführung der Begriffe 'historischer und dialektischer Materialismus', insbesondere seit deren Interpretation und Instrumentalisierung durch die Sowjetunion, gab und gibt es wissenschaftliche und politische Auseinandersetzungen um ihre Berechtigung und inhaltlichen Bestimmungen.
Alle bedeutenden Revolutionäre und ihre Nachfolger an der Macht (Lenin, Stalin, Mao Tse Dong, ...) haben sich mehr oder weniger auf den historischen Materialismus als 'wissenschaftliche' Begründung ihrer gesellschaftlichen Analysen und ihrer Vorgehensweisen berufen.
Gleichzeitig gab es von Anbeginn marxistische Persönlichkeiten, die sowohl die Begriffe, die inhaltlichen Interpretationen, als auch deren Rechtfertigungscharakter kritisiert haben. Dawid Rjasanow, Rosa Luxemburg, Georg Lukac, György Markus, Karl Korsch, Antoni Gramsci, Alfred Schmidt, Ernst Bloch, Herbert Marcuse, J.P. Sartre, und Rudi Dutschke sind die Bekannteren dieser Opposition.
Nimmt man diese kritischen Einwände ernst, dann ergeben sich Ansätze einer alternativen marxistischen Geschichtstheorie. Diese ist eher in der Lage, sowohl ihre eigene Geschichte, als auch die bisherigen revolutionären Prozesse und die aktuellen revolutionären Bewegungen, zu erklären und einzuschätzen.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referenten: Dr. Wolfgang Kunkel (Hamburg)
Termin: Freitag, o4.o5.2o18, 18:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 2. Stock, Raum 245



Michael Löbig
Kritik an Ungleichheit und Herrschaft: Thomas Müntzer (1489-1525)
als Sozialrevolutionär

In 2017 wurde das 'Lutherjahr' gefeiert – zu Thomas Müntzer, den Luther denunzierte, hieß es auf der Internetseite zum Lutherjahr lediglich: „Thomas Müntzer blieb im Gedächtnis, weil er die Bauern in ihrem von christlichen Hoffnungen getragenen Aufstand gegen ihre Unterdrückung und Leibeigenschaft unterstützt hat, während Martin Luther sich auf die Seite der Fürsten stellte.“ (luther2017.de/de/reformation/und-ihre-menschen/thomas-muentzer/)
Während Luther sich auf die Seite der Herrschenden schlug, stellte sich Thomas Müntzer auf die Seite der unterdrückten Bauern und reflektierte die materiellen Bedingungen ihrer Unterdrückung, die nach ihm nur Mittels Gewalt hätten aufgehoben werden können. Er forderte die Herstellung einer Gesellschaftsordnung, in der Alles Allen gehören sollte und begründete damit zugleich eine Tradition der Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen, die über z.B. Jan A. Comenius, den Abbe Meslier in Frankreich u.a., bis zu Karl Marx im 19. Jahrhundert reicht und angesichts wachsender Ungleichheit auch heute noch aktuell ist.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referent: Dr. Michael Löbig (Hamburg)
Termin: Freitag, o6.o7.2o18, 18:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 2. Stock, Raum 245



Martin Kersting
Die Mitmachfalle. Bürgerbeteiligung als Alibi

Alle Großstädte kennen das Phänomen: Innenstadtnahe Quartiere, in denen es bisher bezahlbaren Wohnraum gab, werden aufgewertet und damit für besserverdienende Schichten erschlossen mit der Folge, dass sich die bisherigen Bewohner die Mieten nicht mehr leisten können und in die Wohngebiete am Stadtrand verdrängt werden. Unter dem Aspekt des anhaltenden Wohnungsmangels nicht nur in Hamburg stehen nun aber auch diese im Fokus der Wohnungswirtschaft und es setzen ähnliche Segregationsprozesse ein wie sie schon seit Jahren im Schanzen- und Schlachthofviertel bekannt sind.
Die Kommunen arbeiten Hand in Hand mit der Wohnungswirtschaft und haben nicht das geringste Interesse daran, diese Prozesse zu verlangsamen oder gar zu stoppen, sondern bemühen sich ausschließlich um Akzeptanz bei der bisherigen Bewohnerschaft, indem sie Beteiligung vorgaukelen und Vertreibung meinen.
Am Beispiel der Großsiedlung Steilshoop wird Dr. Martin Kersting in einem einführenden Vortrag und bei einer Exkursion die sich aus dem Programm Regionale Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) resultierenden Probleme erläutern und kommentieren. Im Mittelpunkt werden die sogenannten Beteiligungsprozesse stehen.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referent: Dr. Martin Kersting (Hamburg)
Termin: Samstag, o2.o6.2o18, 14:oo Uhr
Ort: Kulturtreff „JETZT“, Gründgensstraße 22, Hamburg-Steilshoop (Buslinien 7, 26, 118; Haltestelle Alfred-Mahlau-Weg)



Das „Kapital“ lesen
Kritik der politischen Ökonomie für Einsteiger_innen

Zeitrahmen:

Fr. 22.o6.2o18 19 – 22 Uhr
Sa. 23.o6.2o18 1o – 18 Uhr
So. 24.o6.2o18 11 – 17 Uhr

Was erwartet euch
Angesichts der Krise ist Marx wieder en vogue. Dabei fällt Vielen der Einstieg in sein Hauptwerk, das „Kapital“, schwer und es kursieren die wildesten Meinungen, was denn eigentlich da so drin steht. Wir wollen uns mit kritischer Distanz dem Text nähern und zentrale Passagen gemeinsam erarbeiten: Was versteht Marx unter dem „Wert“? Was unter „Ausbeutung“? Gibt es wirklich noch Klassen und was ist eigentlich diese ominöse Dialektik? Der Workshop wird eingeleitet durch eine ganz kurze geschichtliche Einbettung des Textes. Zum Abschluss stellen wir euch verschiedene Lesarten (Operaismus, Wertkritik, „Neue Marxlektüre“, und „Historische Lesart“) vor, die den Text teilweise sehr unterschiedlich auslegen und geben euch eine Auswahl an Möglichkeiten, wie ihr euch weiter mit der Kritik der politischen Ökonomie auseinandersetzen könnt.

Referenten:
Tobias ist Historiker und Philosoph und bietet seit Jahren Lesekreise zum „Kapital“ von Marx bei der MASCH an. Moritz ist Jurist und Kriminalsoziologe, liest in eben jenen Lesekreisen seit Jahren mit und hat mittlerweile auch selbst Einstiegskurse geleitet.

Anmeldung und Material:
Der Kurs ist auf 20 Teilnehmer_innen begrenzt, darum bitten wir um eine kurze Anmeldung. Wir schicken euch dann einen Reader mit Auszügen aus dem „Kapital“, in den ihr gerne vorher schon reinlesen dürft, aber nicht müsst. Der Reader wird von uns ausgedruckt, ihr braucht also nichts mitbringen. Wichtig: Der Kurs richtet sich an Menschen ohne Vorkenntnisse. Falls ihr schon Vorkenntnisse habt, könnt ihr gerne teilnehmen, wir wollen aber für alle verständlich und gemeinsam den Text erarbeiten, ohne Expert_innendiskussionen.

Organisiert von:
Nutzer_innen des Centro in Kooperation mit der Marxistischen Abendschule (MASCH)

Kontakt: 

Hinweise
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Buchpräsentation auf den Linken Buchtagen 2016 (Audio-Mitschnitt):
Tagungsband: Aufhebung des Kapitalismus
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  Impressum | Datenschutzerklärung Letzte Änderung: 25.o3.18